Das „Schwarze Haus“ zu Solingen als Museum der Künstlerkolonie


Historische Aufnahme des „Schwarzen Hauses“ Ort des geplanten Museums, ca. 1958
Historische Aufnahme des „Schwarzen Hauses“ Ort des geplanten Museums, ca. 1958


Herr Dr. Haroun Ayech ist im Jahr 2021 Besitzer der historischen Liegenschaft in der Neuenkamperstrasse 163 in Solingen geworden, die unter den Namen „Schwarzes – und Rotes Haus“ der Ort des Wirkens der Künstlerkolonie zum Schwarzen Haus war. Es besteht nun die Einmalige Gelegenheit diese Liegenschaft zu einem Museum / einem Begehbaren Ort zu gestalten.

Die Liegenschaft ist in doppelter Hinsicht Museumswürdig: als Industriedenkmal des 18 Jahrhunderts als das sogenannte Schwarze Haus – ein verschiefertes Bergisches Fachwerkhaus - im Rahmen der Gründung der Bleimiene „Kleeblatt“ als sogenanntes „Steigerhaus“ errichtet wurde und somit ein seltenes Relikt der Montanindustrie aus dieser Zeit darstellt und als Ort der Kunst, da es Sitz der Künstlerkolonie des „Schwarzen Hauses“ wurde.

Seit vielen Jahren wünschen sich kunstinteressierte Bürger und Bürgerinnen, ein Museum, welches die Geschichte dieser einmaligen Künstlerkolonie darstellt. – so einzigartig wie die bewegte Geschichte des Ortes soll es sein. Lebendig und teilhabeorientiert. Das Museum soll nicht nur die Geschichte der international tätigen Künstler dokumentieren. Es soll auch die Lokale Geschichte in einer eigenen Ausstellung würdigen und den historisch interessierten Menschen einen Einblick in die Industrielle Vergangenheit der Region bieten.

Die Besucher sollen das Leben und Wirken der Malers Erwin Bowien (1899-1972), Bettina Heinen-Ayech (1937-2020) und Amud Uwe Millies (1932-2008) kennenlernen aber auch des Lyrikers Hanns Heinen (1895-1961) und seiner Gattin der Salondame Erna Heinen-Steinhoff (1868-1969).

Herr Dr. Ayech plant nun die Bedingungen zu schaffen das ursprüngliche Zuhause der Künstlerfamilie Heinen samt Künstlerwerkstatt Restaurieren zu lassen und dem Zweck eines Museums zuzuführen. Der Gebäudekomplex soll für Ausstellungen, als Museumsshop und als Café genutzt werden. Herr Ayech plant zu diesem Zweck die Errichtung einer Gemeinnützigen Stiftung.

Zur Erinnerung an die Künstlerkolonie „Schwarzes Haus“ wurde im November 2020, auf Veranlassung von Herrn Dr. Haroun Ayech., am historischen Gebäude der Künstlerkolonie eine Informationstafel angebracht



Impressionen der Künstlerhäuser der Künstlerkolonie, Zustand 2021



Der Künstlergarten - ein Garten als Künstlerort


Gleich hinter dem Fachwerkensemble des Roten und des Schwarzen Hauses den Hang abwärts  einen kleinen Feldweg entlang, fällt eine untypisch gebaute Scheune aus geschwärzten Backsteinen auf, und daneben ein großes, dicht mit Brombeerhecken und anderen Pflanzen überwuchertes quadratisches Grundstück.

Dieses fast quadratische Grundstück war ehemals fester Bestandteil der „Künstlerkolonie vom Schwarzen Haus“. Hanns Heinen und seine Gattin Erna Heinen – Steinhoff hatten beim Erwerb der Fachwerkhäuser im Jahre 1932 auch dieses Grundstück erworben. Hanns Heinen war ein leidenschaftlicher Gärtner und fand in der beschaulichen Gartenarbeit einen Ausgleich für seine intensive Schriftstellerrische und journalistische Tätigkeit.

Mit großem Fleiß und Mühe verwandelte er das Grundstück neben dem ehemaligen Pumpenhaus in einen großen farbenprächtigen Ziergarten. Ein großer altehrwürdiger Kirschbaum mit mächtigem Stamm und Ästen, war das Herzstück dieses Gartens.

Als der Maler Amut Uwe Millies in der Künstlerkolonie lebte, hat er Regelmäßig im Künstlergarten gemalt. Pflanzen und Blumen waren bei Ihm ein beliebtes Motiv und im Wechsel der Jahreszeiten, im Künstlergarten, war es Ihm möglich die Pflanzenwelt in genauen Studien festzuhalten. Der Platz unter dem großen Kirschbaum wurde von Ihm oft eingenommen. Der Garten war bis in die 80er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts umgeben von Weizenfeldern. Für den Künstler ein perfekter Ort um die – damals noch freie Landschaft – zu malen.

Historisches Foto des Künstlergartens beim alten Pumpenhaus des Bleibergwerkes, ca. 1946
Historisches Foto des Künstlergartens beim alten Pumpenhaus des Bleibergwerkes, ca. 1946


Ansichten des Künstlergartens, Zustand 2021